6 Punkte für McEwen _ Nach der ersten Offensive des Tages befinden sich sechs Fahrer an der Spitze des Rennens: Vaugrenard, von dem der Fluchtversuch bei Km 2 ausging, mit Voigt, Calzati, Le Mével, Verbrugghe und Gilbert. Zu ihnen stoßen zunächst Garcia Acosta und Geslin, bevor die Gruppe vom Feld gestellt wird. McEwen nutzt die Gunst der Stunde, um seinen Vorsprung in der Punktwertung beim ersten Zwischensprint auszubauen, und es zeichnet sich bei Km 21 eine neue Gruppe ab mit Martinez und O’Grady, dann Vila Erandonea, Verbrugghe und Vaugrenard. Aber die Gegenattacken, insbesondere mit Popowitsch und Moreau, wiegen zu schwer: Bei Km 25 ist das Feld wieder beisammen. _ _ Ein Quartett _ Einen Freifahrtschein erhält in Quartett, das in zwei Phasen entsteht: De la Fuente und Camano brechen bei Km 31,5 auf, ihnen folgen Wegmann und Flecha. Die Gruppe geht mit 8’10’’ Vorsprung auf das Feld in die ersten Ausläufer des Tourmalet. Auf dem Gipfel machen sich De la Fuente und Wegmann die Punkte streitig: Der Spanier behält die Oberhand und überquert den Pass als Erster. Thomas Voeckler verschärft das Tempo kurz vor der Passhöhe, klaut Rasmussen einige Punkte auf der Linie und bläst in der Abfahrt zur Aufholjagd. _ _ Voeckler gibt sich Mühe _ Beim Aufstieg zum Col d’Aspin spielt sich das gleiche Szenario ab, diesmal holt sich Wegmann die maximale Punktausbeute. Die Arbeit von Voeckler macht sich allmählich bezahlt, da sein Rückstand auf die Rennspitze bisweilen nur noch 1’30’’ beträgt. Die beiden stärksten Kletterer des Fluchtversuches, Wegmann und De la Fuente, verlassen ihre Gefährten 7 Km vor dem Col de Peyresourde. Voeckler, der bis auf 25’’ herangekommen ist, bricht im Anstieg ein und fällt ins Feld zurück, während De la Fuente seinen Rivalen im Kampf um das gepunktete Trikot auf dem letzten Kilometer in die Schranken weist. Abgesehen von einigen namhaften Totalausfällen (Mayo, Casar) liefern die drei ersten Anstiege keinen Aufschluss über die Rangfolge bei der Tour. Die Verantwortung der Aufholjagd wird den Teamgefährten des Gelben Trikots überlassen, die selten Unterstützung von Phonak erhalten. _ _ Die Tempoverschärfung von T-Mobile _ Beim Anstieg zum Col du Portillon kündigt David De la Fuente endgültig das Zweckbündnis an der Rennspitze auf. Während der Spanier Wegmann abschüttelt, setzt T-Mobile die erwartete Auswahl 6 Km vor dem Gipfel in Gang. Durch eine brutale Tempoverschärfung beteiligen sich nur noch 16 Fahrer an der Verfolgung von De la Fuente bei der Querung der Passhöhe: Azevedo (DSC), Sastre und Schleck (CSC), Rogers und Klöden (TMO), Moreau (A2R), Boogerd und Rasmussen (RAB), Totschnig, Leipheimer und Fothen (GST), Evans (DVL), Landis (PHO), Zubeldia (EUS), Parra (COF) und Simoni (SDV). _ _ Nach diesem starken Auftritt lancieren Damiano Cunego und David Arroyo eine Gegenattacke. 28 Km vor dem Ziel schließen sie zu De la Fuente auf. Indes entstehen zwei rund eine Minute voneinander getrennte Gruppen; eine mit den Favoriten, die andere mit Cyril Dessel, dem Träger des Gelben Trikots. 24 Km vor dem Ziel wird das Trio von der Favoritengruppe gestellt. _ _ Die Antwort von Mentschow _ Im langen Anstieg nach Pla-de-Beret trennt sich abermals die Spreu vom Weizen, diesmal durch das Zutun der Kletterer von Rabobank. 10 Km vor dem Ziel bleiben nur noch 7 Fahrer an der Spitze übrig: Mentschow, Boogerd, Evans, Landis, Leipheimer, Sastre und Klöden. Mit der tatkräftigen Unterstützung von Boogerd setzt der Russe die Gruppe 6 Km vor dem Ziel massiv unter Druck und verursacht das Ausscheiden von Klöden. Von den fünf verbleibenden Fahrern zieht Leipheimer 1 Kilometer vor dem Gipfel an, wodurch aber nur Evans und Sastre auf der Strecke bleiben. Auf der Zielgeraden hat Mentschow die cleverste Strategie: Er zieht kraftvoll an Leipheimer vorbei, schmettert eine letzte Attacke ab und gewinnt seine erste Etappe der Tour de France. Dessel verliert das Gelbe Trikot an Landis.
Etappenrückblick
13 Juli 2006
- 18:04
Mit Mentschow ist zu rechnen
Tour de France 2006 | Etappe 11 | Tarbes > Val d'Aran - Pla-de-Beret